Als Gott das Zeitfenster vergrößerte

Ich arbeite in einer Entwicklungshilfeorganisation mit vielen Projekten in Afrika und habe seit einiger Zeit eine neue Kollegin. Kurz nach ihrem Beginn sollte sie mit einem sehr erfahrenen, ihr weisungsbefugten Mitarbeiter in ein Projekt reisen, bei dem thematisch schwere Gespräche auf dem Tisch lagen. Sie hatte die Aufgabe, sich vorzubereiten, aber in den Pausen beklagte sie, dass sie so gerne noch mehr Zeit hätte, sie fühle sich so unvorbereitet – und das, obwohl so viel für sie als Arbeitnehmerin in der Probezeit davon abhing.

Ich arbeite in einem gemischten Team, teils Christen, teils Nichtchristen – so auch sie. Wir Christen boten ihr an zu beten. Dass sie Ruhe und Frieden in der Vorbereitung fände und es doch gute Gespräche würden. Aber eigentlich wollte sie nur, dass die Reise nicht stattfindet.

Gebet um Reise-Schwierigkeiten

Kurz davor war sie ganz betrübt und bat nochmals, die Reise möge ausfallen. Und da dachte ich: Wenn sie gerade dies und nichts anderes braucht, sollte ich nicht genau dafür beten? Menschlich habe ich sie inzwischen als jemanden erlebt, die sich und andere gut einschätzen kann und keine Vermeidungsstrategiekünstlerin zu sein scheint. Vielleicht hat sie mich wirklich indirekt gebeten, für die Verschiebung der Reise und nichts Geringeres zu beten.

Ich dachte: Wenn sie gerade dies und nichts anderes braucht,
sollte ich nicht genau dafür beten?

Aber wie sollte das gehen? Etwa dass wichtige Beteiligte krank würden und die Reise ausfallen müsste? Für so etwas kann und will ja niemand beten. Dennoch begann ich, für die Verschiebung der Reise zu beten, und hatte das Gefühl, diese Richtung im Gebet sei auch genau richtig.

Ein Streik, der zu Gottes Plan passte

Und nach ein paar Tagen geschah das Unglaubliche: Mit kaum Vorlauf kam die Meldung, dass just an dem Reisetag an allen großen Flughäfen Deutschlands gestreikt wurde. Abertausende Passagiere konnten genau an dem Tag nicht starten. Und es ist eingetreten, was erhofft war – die gesamte Reise wurde storniert. Eine Umbuchung der Hinflugs wäre möglich gewesen, aber dann hätten vor Ort Arbeitstage gefehlt, bis zum Rückflug hätten die ganzen Projektbesuche und Gespräche nicht alle stattfinden können. Und den Rückflug um zwei Tage nach hinten zu verschieben, wäre nicht kostenfrei möglich gewesen. Was für eine Gebetserhörung! Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie groß die Auswirkungen eines Gebets sein können.

Zeit gewonnen, übers Beten gestaunt

Beide Flüge, Hin- und Rückflug, konnten problemlos umgebucht werden auf ein paar Wochen später. Meine neue Kollegin hatte nun viel mehr Zeit, sich auf die wichtigen Treffen vorzubereiten und empfand eine innere Ruhe und Sicherheit, als sie Wochen später losflog. Und wundert sich noch heute, ob es wirklich einen Zusammenhang gab zwischen den Gebeten und den Ereignissen.

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