Als Familie kamen wir durch die Schulverweigerung unseres jüngsten Sohnes in eine Krise. Die letzten Jahre wurden dadurch sehr herausfordernd für uns – besonders für mich als Mutter, die ich Schule als einen gesegneten Ort und Sprungbrett in ein anderes Leben erlebt habe. Es erschütterte mich zutiefst, dass unser einstmals so unkomplizierter Sohn „nicht mehr funktionierte“.
In meiner Verzweiflung rief ich immer wieder zu Gott: „Hier bin ich. HIER!“ – und klammerte mich fest an ihn, so gut ich konnte.
Ein neuer Rahmen fürs Gebet
Dabei half es mir, Seelsorge und Begleitung in Anspruch zu nehmen. Wichtig war auch der Kontakt zu „Moms in Prayer“ einer internationalen Gebetsbewegung. Durch sie lernte ich, anders mit Gottes Wort zu beten. Ich begann, mein Gebet einzuüben in dieser Form: Anbetung, Reflektion (Buße), Dank und Fürbitte. Gemeinsam mit einer anderen Mutter traf ich mich wöchentlich, um gemeinsam in dieser Art zu beten. Gleichzeitig betete ich – meist täglich – selbst in diesem Rahmen und lerne (immer noch) Gottes Wesen dabei immer mehr kennen. Ich wendete mich ihm mehr zu. Ließ ihn ran, statt selbst zu machen, wie ich es gewohnt war. Das forderte mich einerseits heraus, andererseits tat es sehr gut. Schmerzhafte Prozesse kamen in Gang und laufen noch. Wir erleben Unterstützung, durch Lehrer, Ärzte, Therapeuten. Formen von Gottes Hilfe.
Ich ließ ihn ran, statt selbst zu machen, wie ich es gewohnt war.
Gott arbeitet an uns
Ich bin dankbar für unser mutiges Kind. Und dass Gott an uns und mit uns arbeitet – auch wenn es weh tut, dem lebendigen und wirkenden Gott in die Hände zu fallen. Wir üben uns immer wieder darin, mit Gott auf dem Weg zu sein. Und zwar nicht mehr, um unseren Wert zu „er-leisten“, sondern weil wir es ihm wert sind. Das hilft auch unserem Sohn, das Leben zu wählen und seinen Weg zu gehen, auch in der Schule.
... auch wenn es weh tut, dem lebendigen und wirkenden Gott in die Hände zu fallen.
Nun geht es in seinem letzten Schuljahr auf den Abschluss zu. Wir liegen Gott in den Ohren, dass er dem Druck gewachsen ist und wir dieses Jahr sein Abitur feiern können. (M.S.)